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Purinstoffwechsel

Dalmatiner hingegen scheiden durchschnittlich etwa 400 – 600 mg
in 24 Stunden aus. Dieser Durchschnittswert kann allerdings von 200 – 1000 mg in 24 Stunden schwanken. Ab etwa 500 mg Harnsäureausscheidung pro 24 Stunden steigt das Risiko einer Steinbildung enorm. Ebenso wie im Harn, ist auch der Gehalt an Harnsäure im Blutplasma beim Dalmatiner um das 2 – 4 fache höher als bei allen anderen Hunderassen. Die Konzentration im Blutserum der Dalmatiner schwankt zwischen 0,3 – 4,0 mg / dl. Mittlerweile kennt man diese Problematik allerdings schon von weiteren Rassen, wie z.B. dem Schwarzen Terrier. Zum Glück sind diese Rassen bisher lediglich heterozygot für dieses Gen, und es bleibt zu hoffen, dass das Wissen darüber, die Züchter dieser Rassen verantwortungsvoll handeln lassen. Heute gibt es für die Feststellung dieses Gens einen Test. Dalmatiner sind grundsätzlich homozygot ( hu/hu ) für dieses Gen, es sei denn, es handelt sich um Dalmatiner aus dem LUA Backcross Projekt, oder um Mischlinge. Die sehr hohe Harnsäureproduktion und die sehr geringe Allantoinproduktion werden beim Dalmatiner durch zwei Stoffwechselprobleme verursacht. Das erste Problem entsteht durch einen Defekt im Harnsäure Transportsystem der Leber. Es führt zu einer verminderten Oxidation von Harnsäure zu Allantoin durch das Enzym Uricase, da die Harnsäure nicht in die Leber gelangt. Das zweite Problem betrifft die Nieren des Dalmatiners. Im Gegensatz zu allen anderen Hunderassen hat der Dalmatiner eine stark reduzierte Harnsäure – Reabsorption in den Nierentubulis. Normalerweise werden fast 98 % der im Primärharn vorhandene Harnsäure in den proximalen Nierentubulis reabsorbiert, gelangen von dort in die Leber , um dort zu Allantoin umgewandelt zu werden. Da der Dalmatiner nur sehr beschränkt Harnsäure reabsorbieren kann, führt das folglich zu einer erhöhten Ausscheidung über die Nieren. Da Harnsäure schlechter wasserlöslich als Allantoin ist, können höhere Konzentrationen sowohl im Blut als auch im Harn zu Kristallbildung führen. Beim Menschen kommt es ab einem Serumgehalt von etwa 6,5 mg/dl zur Kristallisierung der Harnsäure im Gewebe. Diese hohen Serum – Konzentrationen kommen beim Dalmatiner zum Glück selten vor, da sie sehr hohe Mengen mit dem Harn ausscheiden.